Klima

Als Klima wird die Gesamtheit aller meteorologischen Prozesse an einem Ort über einen langen Zeitraum hinweg bezeichnet. Geprägt wird es von Wechselwirkungen zwischen der Sonnenaktivität, der Erdbahn, der Erdoberfläche, der Atmosphäre und den darüberliegenden Sphären.

Je nach Betrachtungsweise wird nach klimatischen Größenordnungen unterschieden:

  • Das Makroklima beschreibt kontinentale und globale Zusammenhänge.
  • Das Mesoklima bezieht sich auf Landschaften oder Gebiete bis zu einigen hundert Quadratkilometern.
  • Das Mikroklima beschränkt sich auf wenige Quadratmeter, z. B. ein Teich, ein Hang oder ein Bachabschnitt.

Makroklima

Deutschland liegt in den mittleren Breiten, zwischen dem nördlichen Wendekreis 23,5°N und dem Polarkreis 66,5°N. Das Klima ist daher gemäßigt und von nordhemisphärischen Westwinden geprägt. Durch die Lage in Mitteleuropa werden die klimatischen Bedingungen sowohl vom maritimen Klima Westeuropas als auch vom kontinentalen Klima Osteuropas beeinflusst. Die vergleichsweise hohen Durchschnittstemperaturen zwischen 12,7°C und 14,3°C sind mit dem Einfluss des Golfstroms zu erklären. Im Westen Deutschlands ist der Januar mit durchschnittlich 5°C der kälteste Monat. Im Mittel hat das Jahr 132 Regentage, hauptsächlich die Wintermonate sind regnerisch. Die Sonnenscheindauer beträgt im Jahresdurchschnitt im Westen nur 4,1 Stunden, die Höchstwerte werden im Monat Juli erreicht.

Mesoklima

Das Gebiet des Naturparks Nassau ist relativ niederschlagsarm und hat eine hohe bis mittlere Jahrestemperatur. Die höchsten Jahresniederschläge liegen im Bereich der Montabaurer Höhe bei 850 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt hier bei 7°C. Die Tallagen von Rhein und Lahn sind klimatisch begünstigt, sowohl durch eine höhere Jahresdurchschnittstemperatur zwischen 8° und 9°C als auch durch weniger Niederschläge. Der Bereich der Emser Talweitung und des Miellener Engtals weisen die höchsten Jahresdurchschnittstemperaturen von 9° - 10°C auf. Im Naturpark gibt es insgesamt weder besonders regenreiche, noch besonders kühle Gebiete.

Folgende Tabellen zeigen den langjährigen, mittleren Niederschlag, die langjährige, mittlere Temperatur sowie die langjährige, mittlere Sonnenscheindauer an verschieden Klimastationen im Naturpark Nassau:

Datenquellen: Deutscher Wetterdienst (DWD 2016).

Die aktuelle Wetterlage, also der Zustand der Atmosphäre in einem größeren Gebiet und zu einem bestimmten Zeitpunkt, ändert sich von Tag zu Tag mehr oder weniger stark.

Mikroklima

Das Mikroklima wird durch die Bodenreibung des Windes geprägt. Es herrschen schwache Luftmassenbewegungen, aber relativ große Temperaturunterschiede. Verschiedene Bodentypen, Hangneigungen und Vegetationsgesellschaften können starke Klimaunterschiede auf engem Raum verursachen. Für bestimmte Pflanzen- und Tierarten ist das Mikroklima überlebenswichtig. Beispielsweise beherbergt eine Trockenmauer in einem alten Weinberg ein ganzes Ökosystem für verschiedenste seltene Arten.

Folgende stark vereinfachte Karte zeigt das kleinräumige Klima des Naturparks Nassau. Hinweis: Da die Wechselbeziehungen im Mikroklima hoch komplex sind und sich schnell ändern können, ist es nicht möglich alle Einzelklimate darzustellen (zur Großansicht).

Die Karte wurde unter Verwendung der amtlichen Geofachdaten des Landschaftsinformationssystems Rheinland-Pfalz  erzeugt. Sie unterliegen der Open Database Lizenz